Wellinger räumt in Lahti ab

Kraft (AUT) bei WM zu stark. Deutsches Team wird Opfer der Windlotterie.

Andreas Wellinger bewies auch bei der WM in Lahti (Finnland) seine starke Form in diesem Winter. Mit zwei Silbermedaillen im Einzel sowie Mixed-Gold war der 21-Jährige der erfolgreichste deutsche Springer der Weltmeisterschaft.

Gleich im ersten Wettbewerb (25.2.2017) hatte Wellinger die ersehnte Goldmedaille fest im Blick. Nach einem engen Zweikampf musste er sich auf der Normalschanze jedoch knapp geschlagen geben. 2,1 Punkte fehlten dem Traunsteiner am Ende für Gold, das sich Stefan Kraft sicherte. Seit 2011, als Thomas Morgenstern in Oslo vom kleinen Bakken gewonnen hatte, ist Kraft damit der erste Weltmeister aus Österreich. Der 23-Jährige hatte allein im Februar drei Weltcup-Springen gewonnen – immer vor Wellinger. Den dritten Platz beim WM-Auftakt sicherte sich Markus Eisenbichler (GER) und sorgte damit für einen Traumstart der DSV-Adler. Ein deutsches Doppelpodest bei einer Weltmeisterschaft hatte es zuletzt 1999 gegeben, als Martin Schmitt vor Sven Hannawald gesiegt hatte. Mit Richard Freitag (GER) als Neuntem landete ein weiterer Deutscher in den Top Ten. Stephan Leyhe (GER) rundete als 13. den starken DSV-Auftakt ab.

Der Sprung ganz nach oben auf das Treppchen gelang Wellinger dann aber bereits einen Tag später. Im Mixed-Teamspringen war schon im Vorfeld eine Medaille fest eingeplant. An der Seite von Doppel-Weltmeisterin Carina Vogt, Svenja Würth und des Normalschanzen-Dritten Markus Eisenbichler wurde das deutsche Quartett der Favoritenrolle gerecht und flog überlegen auf Platz 1. Mit insgesamt 1035,5 Punkten und einem klaren Vorsprung von 36,2 Zählern ließ das DSV-Team der Konkurrenz keine Chance. Platz zwei sicherte sich Österreich, die japanische Mannschaft (979,7 Punkte) jubelte über Bronze.

Beim Einzel auf der Großschanze kam es dann erneut zum erwarteten Duell der beiden derzeit besten Springer im Weltcup. Doch auch diesmal reichte es für Wellinger nur für Silber. Nach Sprüngen auf 127,5 und 129 Meter fehlten diesmal 1,3 Punkte zur zweiten Goldmedaille. Die gewann, wie schon auf der Normalschanze Stefan Kraft, der sich damit zum fünften Doppel-Weltmeister der Skisprung-Geschichte krönte. Mit zwei Sätzen auf 127,5 Meter trat der Mann aus Schwarzach im Pongau die Nachfolge des verletzt fehlenden Severin Freund an. Bronze ging an den Polen Piotr Zyla.

Der schaffte zum Abschluss aber noch den ganz großen Wurf. Die polnische Mannschaft, durchweg mit soliden Leistungen bei dieser WM, ließ schon das eine oder andere Mal aufhorchen. Beim Team-Wettbewerb trotzten die Polen den Windverhältnissen und holten sich mit insgesamt 1104,2 Punkten vor Norwegen (1078,5 Punkten) und Österreich (1068,9 Punkten) die Goldmedaille. Das deutsche Team musste besonders in Person von Stephan Leyhe den wechselnden Windverhältnissen Tribut zollen und landete am Ende auf Rang 4. Leyhe kam im zweiten Durchgang bei turbulenten Bedingungen nicht über 103,5 Meter hinaus. Auch Wellinger konnte nicht an die Vortage anknüpfen und landete im Zweiten nur bei 119,5 Meter. Ganz anders erging es Johann Andre Forfang (NOR), der bei starkem Aufwind und viel Anlauf mit 138 Meter einen neuen Schanzenrekord aufstellte.

Nach der Nordischen Ski-WM geht es für die Skispringer nun nach Norwegen. Dort stehen innerhalb der Skisprungserie „Raw Air“ Weltcups in Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund an.

06.03.2017

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