Deschwanden und Naito feiern ihre ersten Weltcupsiege
Der Skisprung-Weltcup am traditionsreichen Holmenkollen in Oslo wurde am Wochenende stark vom Wind geprägt. Wechselnde Bedingungen stellten die Athleten in beiden Einzelwettbewerben vor große Herausforderungen und sorgten immer wieder für unruhige Flüge. Für das deutsche Team verlief das Wochenende wechselhaft, mit soliden Einzelresultaten, aber ohne Platzierungen im vorderen Bereich.
Bereits der erste Einzelwettbewerb am Samstag entwickelte sich zu einem Wettkampf mit vielen Überraschungen. Böiger Wind und wechselnde Sichtverhältnisse machten es für viele Springer schwierig, ihre Sprünge sauber zu kontrollieren.
Für die deutschen Athleten verlief der Wettkampf insgesamt durchwachsen. Andreas Wellinger zeigte mit Weiten von 125,5 und 120,5 Metern zwei solide Sprünge und belegte als bester Deutscher den 17. Platz. Karl Geiger konnte sich im zweiten Durchgang noch etwas verbessern und landete schließlich auf Rang 19. Pius Paschke sammelte als 29. ebenfalls noch Weltcuppunkte.
Für Philipp Raimund und einige weitere DSV-Athleten verlief der Samstag weniger glücklich. Raimund erwischte im ersten Durchgang keinen optimalen Versuch, kam auf 119,0 Meter und verpasste als 36. den Sprung ins Finale. Auch Felix Hoffmann (Platz 44) und Ben Bayer (Platz 40) schieden bereits im ersten Durchgang aus.
An der Spitze entwickelte sich ein spannendes Duell um den Sieg. Der Schweizer Gregor Deschwanden setzte sich mit Sprüngen auf 132,5 und 130,5 Meter knapp gegen den Österreicher Maximilian Ortner durch. Rang drei ging an den Japaner Naoki Nakamura mit Weiten von 128,5 und 129,0 Metern. Deschwanden feierte damit den ersten Weltcupsieg seiner Karriere.
Für zusätzliche Überraschung sorgte auch das frühe Ausscheiden von Gesamtweltcup-Sieger Domen Prevc, der mit 117,5 Metern bereits im ersten Durchgang ausschied und nur Rang 42 belegte.
Zu den offiziellen Ergebnissen vom Einzelwettkampf am Samstag
Auch am Sonntag blieb der Holmenkollen seinem Ruf als windanfällige Schanze treu. Zwar konnte Domen Prevc am Morgen noch die Qualifikation gewinnen, doch im anschließenden Wettkampf nahmen die Windböen im Verlauf des ersten Durchgangs deutlich zu. Besonders deutlich wurden die Schwierigkeiten bei Felix Hoffmann, der nach 95 Metern früh landete, einen Sturz aber noch verhindern konnte und als 48. gewertet wurde. In dieser Phase entschied Philipp Raimund, auf seinen Start zu verzichten und bei den zunehmend riskanten Bedingungen nicht anzutreten. Im offiziellen Klassement wurde er daher als „nicht gestartet“ geführt. Die Jury brachte den ersten Durchgang dennoch zu Ende, musste den geplanten Finaldurchgang später jedoch aufgrund der weiterhin starken und unberechenbaren Windverhältnisse absagen. Damit wurde das Ergebnis nach einem Durchgang gewertet.
Sportlich war Karl Geiger an diesem Tag der beste Deutsche: Mit einem Sprung auf 127,5 Meter erreichte er einen soliden elften Platz und positionierte sich im erweiterten Vorderfeld. Direkt dahinter folgte Andreas Wellinger, der 122,0 Meter sprang und mit Rang zwölf eine sichtbare Steigerung im Vergleich zum Vortag zeigte. Ben Bayer komplettierte als 25. die deutschen Weltcuppunkte und bestätigte seine aufsteigende Form im Weltcupteam.
Pius Paschke kam am Sonntag nicht optimal in den Sprung und musste sich mit Platz 33 zufriedengeben. Insgesamt blieb das deutsche Team damit hinter den Podestplätzen zurück, zeigte aber vor allem mit Geiger und Wellinger konkurrenzfähige Leistungen im dichten Mittelfeld und sammelte wichtige Punkte für die Gesamtwertung.
Der Sieg ging an den Japaner Tomofumi Naito, der mit einem Sprung auf 131,5 Meter 128,7 Punkte erzielte und damit seinen ersten Weltcupsieg feierte. Mit 127,0 Metern und nur 0,1 Punkten Rückstand erreichte Anze Lanisek aus Slowenien den zweiten Platz, dicht gefolgt vom Finnen Antti Aalto, der mit 131,0 Metern und 127,6 Punkten zum ersten Mal in seiner Karriere das Weltcup-Podium erreichte.
Gesamtweltcup-Spitzenreiter Domen Prevc belegte mit 127,5 Metern Rang neun, während der Vortagessieger Gregor Deschwanden unter schwierigen Bedingungen nicht über Platz 38 hinauskam.
Zu den offiziellen Ergebnissen vom Einzelwettkampf am Sonntag
Die Wettkämpfe in Oslo zeigten einmal mehr, wie unberechenbar der Holmenkollen sein kann. Während Gregor Deschwanden und Tomofumi Naito ihre ersten Siege feierten, hatten die deutschen Springer mit den Bedingungen zu kämpfen. Besonders Karl Geiger und Andreas Wellinger konnten am Sonntag mit Platzierungen in den Top 12 überzeugen.
Nach dem turbulenten Weltcup-Wochenende in Oslo setzt sich die Saison nun mit den Skiflug-Wettbewerben im nahegelegenen Vikersund fort, wo die Athleten bereits am kommenden Wochenende die nächsten Weltcuppunkte sammeln können.













