Prevc fliegt zu WM-Gold - DSV-Team ohne Medaille
Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf konnten die deutschen Skispringer nicht überzeugen. Erstmals seit 16 Jahren landete kein deutscher Athlet in den Top 10. Das DSV-Quartett um Pius Paschke, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Philipp Raimund verpasste im Teamspringen am Sonntag das Podium und wurde Vierter. Stattdessen sorgten Sloweniens Überflieger Domen Prevc und ein historischer Sieg für Japan für Schlagzeilen.
Einzel-Wettbewerb: Prevc dominiert, deutsche Adler enttäuschen
Im Einzel-Wettbewerb am Freitag und Samstag zeigten sich deutliche Lücken im deutschen Team. Philipp Raimund und Felix Hoffmann konnten noch solide Sprünge zeigen: Raimund landete im Finale am Samstag bei 210,5 Metern auf Rang 13, nachdem er am Freitag noch 14. gewesen war. Hoffmann erzielte 215,0 Meter und erreichte als 23. die beste Skiflug-Platzierung seiner Karriere. Karl Geiger erwischte einen schwächeren Tag. Nach Rang 11 zur Halbzeit fiel er mit 202,0 und 187,5 Metern auf Rang 17 zurück. Pius Paschke belegte den 25. Platz.
Prevc wird neuer Skiflug-Weltmeister
Neuer Skiflug-Weltmeister ist Domen Prevc aus Slowenien. Trotz verkürztem Anlauf - vier Luken im ersten Durchgang, drei im Finale - segelte Prevc zu den größten Weiten des Tages und demonstrierte eindrucksvoll seine Dominanz. Mit 232,0 Metern im ersten Durchgang und 222,5 Metern im Finale sicherte er sich souverän seinen ersten Einzel-WM-Titel. Mit 905,4 Punkten hatte er fast 60 Punkte Vorsprung auf Marius Lindvik (Norwegen, 845,9 Punkte) und den Japaner Ren Nikaido (842,4 Punkte). Österreichs Jan Hörl komplettierte mit 818,8 Punkten die Top Vier.
Teamspringen: Deutsches Quartett ohne Medaille
Am Sonntag trat das DSV-Quartett bestehend aus Paschke, Hoffmann, Geiger und Raimund an. Trotz starker Sprünge, insbesondere von Hoffmann (215,0 m) und Raimund (214,5 m), reichte es nicht für das Podium. Am Ende fehlten rund 70 Meter auf Norwegen - 76,9 Punkte trennten die Deutschen vom Bronze-Rang.
Japan setzte sich im spannenden Finale durch. Mit Ryoyu Kobayashi, Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Ren Nikaido sicherte sich das Team den historischen Sieg. Entscheidend war der letzte Sprung: Nikaido flog auf 229,0 Meter, während Jan Hörl bei 216 Metern landete.
Kurioser Zwischenfall mit Prevc
Das Teamspringen wurde zusätzlich von einem spektakulären Zwischenfall überschattet: Domen Prevcs Ski lösten sich im oberen Bereich der Schanze und rutschten den Hang hinunter - glücklicherweise ohne Verletzungen für den Norweger Marius Lindvik. Slowenien verlor dadurch wertvolle Punkte und landete am Ende nur auf Rang sechs.
Harte Saison für Deutschland
Die Skiflug-WM unterstrich die schwierige Saison für die deutschen Springer. Erstmals seit der WM 2010 in Planica erreichte kein Athlet die Top 10. Bundestrainer Stefan Horngacher muss nun auf die Winterspiele in Italien hoffen, um seine Abschiedssaison beim DSV zu retten. Kommendes Wochenende steht bereits in Willingen der nächste Weltcup mit einem Mixed-Wettbewerb zum Auftakt sowie den letzten Einzelspringen vor den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina an.













